Mit der um 1341 in Wenden vorhandenen Kirche und Pfarre war bereits eine "Opferei" verbunden. Der den Kirchendienst versehende "Opfermann" wurde von der Kirche aus dem ihr gehörenden Opfervermögen entlohnt. Dieses umfasste runde 13 Morgen Land, Wald und eine Wohnung für den Opfermann. Die Kirche veranlasste später, dass dieser Opfermann die Jugend des Dorfes in den Elementarfächern unterwies.
Überliefert ist, dass die Schule im Jahre 1738 aus 3 Klassen mit insgesamt 47 Schulkindern bestand, die damals noch ein Schulgeld bezahlen mussten, das der Opfermann für seinen Unterricht erhielt.
"Bey dem Ertrage des Schulgeldes, welches der Opfermann für seine Information bekommt, ist hauptsächlich zu PRAESUPPONIREN (zugrund zu legen; Anmerkung des Verfassers), dass seit dem das CORPUS BONORUM errichtet worden, die hiesige Gemeinde sich merklich vermehret habe. Ferner ist dabei zu CONSIDIREN (zu überlegen; Anmerkung des Verfassers), wie SERMUS CIRCA ANNUM 1793 in höchsten Gnaden darauf bedacht zu seyn geruhet haben, das Schulwesen auf dem Lande mittelst einer heilsamen Schulordnung auf einen beßern Fuß zu setzen als es bis dahin gewesen war, indem darinnen die Jugend befehliget ist, sowohl früher als auch fleißiger die Schule zu FREQUENTIEREN (zu besuchen; Anmerkung des Verfassers). Ob nun schon die Taxa des Schulgeldes an sich, in der fürstlichen Schulordnung wenig oder nichts von dem, was in CORP.BONOR. bestimmet ist, DIFFERIRET, so ist doch dadurch von beiden Seiten nebst dem Anwachsen der Schularbeit zugleich auch der jährige Ertrag des DIDACTRI in summa gestiegen, wie aus dem summarischen Verzeichniß des Schulgeldes, welches der Opfermann in dem jüngst verflossenen Jahre von seinen Scholaren eingenommen hat, satsam erhellet:
NOTA: die wöchentl. oder quartal. Taxa von jedem Scholaren in jeder Claßa ist dieselbe, die in der fürstlichen Schulordnung Cap. 7, §30 wörtlich bestimmet ist:
Von Michael bis Weynachten
1ste Claße bestehet aus 17 Kindern, à Kind 12 gl
2te Claße bestehet aus 16 Kindern, à Kind 9 gl
3te Claße bestehet aus 14 Kindern, à Kind 6 gl
Von Weynachten bis Ostern ist eben derselbe Ertrag
Von Ostern bis Johannis ist derselbe Ertrag
Von Johannis bis Michael
die 1ste Claße bestehet aus 17 Kindern, à Kind 3 gl
die 2te Claße bestehet aus 16 Kindern, à Kind 3 gl
die 3te Claße bestehet aus 14 Kindern, à Kind 6 gl
Solchem hat der hiesige Opfermann in dem Jahre an Schulgelde eingenommen in summa 35 Thl. 24 gl. Da nun in nächst verflossenen 3-4 Jahren der Schulcoetus in Wenden fast beständig in einerley an Zahl an Scholaren bestanden und geblieben ist, so dann das Jahr, intuitu des jährigen Schulgeldes gar füglich FUNDAMENTI LOCO dienen, dabey es jedoch außer Zweifel bleibt, dass ungewisse Einnahmen steigen und fallen können.
Wenden, 25. Februar 1783" (ARCHIV, Wenden und Thune oeconomische und historische Nachrichten)
Der Opfermann, von dem oben die Rede war, hieß Carl August Wilhelm Clages. Das erste Schulhaus des Dorfes war ein Gebäude, in dem sowohl das Rindvieh als auch die Schüler des Opfermannes ihren Platz hatten.
Älteste Einwohner des Ortes haben überliefert, dass nicht selten der Opfermann auf dem über der Schulstube gelegenen Strohboden die Einstreu für seine Kühe schnitt, während unten die Abc-Schützen sich im Lesen und Schreiben übten und von "Höherer Warte" aus durch Zurufe regiert wurden. Es war damals und auch später absolut üblich, dass der Schulmeister neben seinem Dienst auch einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb unterhielt, der ihm und den Seinen die Ernährung sicherte (selbst noch nach dem 2. Weltkrieg haben die Wendener Lehrer Söchtig, Baron und Wellner je einen Morgen Land gepachtet).
Erst ab 1851 wurde die Schule unter der Verwaltung des Kirchenvorstandes selbständig. Sie erhielt ein eigenes Vermögen aus dem Bestand der Kirchengemeinde (Schulhaus, Ländereien). Die heute selbstverständliche gesetzliche Trennung zwischen Kirche und Schule erfolgte ab 1919, der Schulvorstand (vom Gemeinderat gewählte Vertreter) war dann verantwortlich für die Belange der Schule.
Verfasser: Wilhelm Schrader (✝), Dr. Wilfried Schrader
Das alte Wendener Schulhaus, das erst 1889 abgerissen wurde, lag unweit der Kirche neben dem Pfarrhause. Es war ein zweistöckiges Fachwerkgebäude mit gelben Lehmwänden.
Im Inneren betrat man zunächst eine kleine Diele. Von ihr führte eine dreistufige Treppe in das Schulzimmer. In zwei Reihen hintereinander standen hier die Bänke. Auf der rechten Seite vom Katheder aus saßen die Mädchen, auf der linken die Jungen, immer fünf nebeneinander.
Durch die Mitte führte ein ziemlich breiter Gang gerade auf das Kaiserbild zu, das an der Rückwand hing auf dem Kaiser Wilhelm I. mit Krone und großem Ornat angetan, dargestellt war. Auf der vordersten Bank saßen oft einige Kinder, die etwas nachzuholen hatten, sei es nun, weil sie zu faul oder weil sie zu unfähig waren. Vor dieser Bank unmittelbar unter dem Katheder befand sich der sogenannte Klotz. Es war ein Balken von etwa einem Meter Länge und von etwa 20 cm Breite und Höhe, der einfach auf der Erde lag. Kinder, die auf diesem Klotze sitzen mussten, hatten Dummheiten gemacht, die jedes erträgliche Maß überschritten hatten.
Vor der Schule dicht am Wege stand eine alte Linde, ein Wahrzeichen für die Jugend. Unterhalb der Krone etwa zwei Meter vom Erdboden entfernt, erstreckte sich ziemlich waagerecht ein langer Ast. In den Pausen oder sonst in einer freien Zeit kam es für die Schuljungen darauf an, diesen Ast zu erreichen und von da aus in den Baum zu klettern. Es war ein Spiel, das jede Generation wiederholte und dessen die Kinder niemals müde wurden.
Diese Schule nun war der Schauplatz, auf dem Kantor Heinrich Peters von 1868 bis 1890 sein Regiment führte, und er führte es mit unnachsichtiger Strenge. Solche Strenge war auch nötig, wollte er alle Kinder, die er allein zu betreuen hatte, in Zucht und Ordnung halten.
Die Schule in Wenden gehörte zu den etwas größeren Dorfschulen des Landes. Denn Weihnachten 1866 zählte die Schule 96 Kinder, 1872 waren es 107 und 1881 zählte man 98 Kinder. So berichtet H. Peters in einem Schreiben vom 11. Dezember 1881 an den Schulvorstand. In diesem Schreiben nimmt er Stellung zu dem geplanten Schulneubau in Wenden, der dann kurz vor seinem Fortgang 1889 fertig wurde.
Unterrichtet wurden die Kinder in zwei Klassen. Jede Klasse hatte also etwa 50 Schülerinnen und Schüler, wobei jeweils fünf an einer Bank saßen. Da für jedes Kind ein Schulgeld bezahlt werden musste, war die Schülerzahl für das Gehalt des Lehrers von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus gestaltete sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich 1870/71 und der Gründung des Kaiserreiches zunehmend besser.
Der Lehrer Kantor Heinrich Peters unterrichtete in zwei Abteilungen. Nachmittags kamen die 5 – 9 jährigen in die „lütje Schaule“ und vormittags die Älteren in die „grote Schaule“. Mit fünf Jahren war früher ein Kind noch ziemlich unreif, und so wurde später der Schulbeginn auf das vollendete 6. Lebensjahr abgestellt.
Betrat Kantor Peters die Schulstube, so herrschte im Augenblick Grabesstille, mochte der Lärm zuvor auch noch so groß gewesen sein. Seine bloße Erscheinung ließ alle in Ehrfurcht erstarren. Zwar war er nur klein und schmächtig von Gestalt, aber stets bewegte er sich in gerader Haltung. Sein Gesicht war von einem greisen Bart umrahmt. Klug und energisch blicken in ihm die Augen. War ein Kind unaufmerksam oder trieb es während des Unterrichts Allotria, so konnte es geschehen, dass er es nur mit den Augen fixierte und so ohne Worte zu seiner Pflicht zurück rief. Saß er dabei auf seinem Katheder, so stemmte er beide Fäuste unter seinen Bart, so dass dieser ganz nach vorne geschoben wurde. Dabei blickte er unverwandt starren Auges auf den Übertäter. Die unheimliche Stille, die dabei eintrat, fing an, den Kindern lähmend den Rücken hinauf zu krabbeln. Jeder fürchtete, es gelte ihm. Bis der Bösewicht selbst von diesem Blick erfasst wurde und starr vor Schreck zu Haltung und Aufmerksamkeit zurückkehrte. War dies erreicht, so ließ Kantor Peters langsam seine Hände wieder sinken, um dann in seinem Unterricht fort zu fahren.
Doch nicht immer ging es so gnädig ab. Meistens trat in solchen Fällen der Stock in Tätigkeit. Stets standen in einer Ecke hinter dem Katheder eine ganze Reihe von Stöcken zu diesem Zweck bereit.
Kantor Peters genoss nicht nur bei Schuljugend, sondern auch bei den Erwachsenen den größten Respekt. Viele waren ja bei ihm in die Schule gegangen, und die Ehrfurcht, die der Lehrer ihnen eingeflößt hatte, blieb auch im späteren Alter in ihnen haften.
Peters leitete den Männergesangverein Concordia, den er selbst gegründet hatte. Er sang gut und spielte die Geige, mit der er den Ton angab. Es konnte vorkommen, dass er bei den Singenden die Männer nicht viel anders behandelte als Schuljungen. Leicht wurde er auch heftig, stampfte mit dem Fuße auf und rief laut „Mund Auf!“. Dann rissen sich alle zusammen und sangen so laut und so gut, wie sie es nur vermochten.
Als Kantor hatte Peters jeden Sonntag in der Kirche die Orgel zu spielen. Die Schuljugend vom 9. bis zum 14. Lebensjahr bildeten den Kinderchor und saßen zu beiden Seiten der Orgel. Hatte Peters das Vorspiel beendet und sollte der Gesang beginnen, so wandte er einmal den Kopf nach links und einmal nach rechts, wobei er die Melodie mit ha ha ha anstimmte, denn den Text kannte er gewöhnlich nicht. Sofort fiel der Chor mit dem Gesangsverse ein und mächtig erschallten Orgel und Lied. Es klappte stets vorzüglich.
War beim Gottesdienst der gesangliche Teil vorbei und brauchte die Orgel nicht mehr mitzuwirken, so erhob sich Kantor Peters und stieg geräuschvoll die Treppe hinunter. Man hörte dann auch, wie unten laut die Kirchentür zugeschlagen wurde. Gegen Schluss der Predigt wurde die Tür in der gleichen Art wieder geöffnet. Mit majestätischen Schritten kam der Kantor wieder zum Vorschein, viele Andächtige aus ihrem Schlafe störend, aber noch zur rechten Zeit, um die Orgel zu bedienen.
Kantor Peters war auch ein guter Jäger. Wahrscheinlich hatte er die Lust und Liebe zur Jagd in seiner Zeit als Hauslehrer beim Grafen in Setzin bekommen. Übrigens zeigt diese Tatsache, dass er selbstbewusst war und sich nicht gerne von anderen etwas vorschreiben ließ; dann nach einem auf Anordnung des Staatsministeriums von Konsistorium erlassenen Ausschreibens vom 26.11.1851 war allen Kirchendienern, dazu gehörten auch die Schullehrer, die Ausübung der Jagd verboten.
Jagdpächter für die Wendener und Thuner Gemarkungen war Herr Vieweg aus Braunschweig. Von ihm hatte Peters Erlaubnis, zu den gegebenen Zeiten auf Jagd zu gehen. So sah man ihn denn häufig, wenn es seine freie Zeit erlaubte, im grünen Jägerrock in den Wald ziehen. Das Gewehr hatte er geschultert. Seinen Kopf zierte eine schmucke Mütze mit vorstehendem Schirm
In seinem kleinen Privatzimmer im oberen Stock des Schulhauses waren drei Wände von unten bis oben mit den verschiedensten Waffen geziert. Es gab dort Schussgeräte von der kleinsten Pistole mit zum größten Jagdgewehr. Auch sah man Hirschfänger und Jagdmesser.
Etwa 23 Jahre ist Kantor Peters Lehrer in Wenden gewesen, Jahre, die ihn zu einer Institution dieses Dorfes werden ließen, von der man noch Generationen später erzählte.
Im Jahre 1888 errichtet man an Stelle des alten Schulhauses ein neues, massives Schulgebäude, das ein Klassenzimmer von ca. 10,0 m x 6,80 m und im Obergeschoss eine Lehrerwohnung aufnahm. Der Eingang zur Klasse und zur Lehrerwohnung erfolgte bis 1952 über einen gemeinsamen Flur.
Der neue Klassenraum wurde schnell zu klein, hatte man doch 1897 bereits 180 Kinder zu unterrichten. Eine gegenüberliegende Wiese wurde angekauft und im Jahr 1898 ein weiteres neues Schulhaus gebaut (das bis heute bestehende Gebäude von 1898 wurde später Tischlerei Lingk und seit 1995 zahntechnisches Labor). Dieses Gebäude erhielt 2 Klassenräume und 2 Lehrerwohnungen.
Die Planung erwies sich als ausgesprochen weitsichtig. Ab 1921 wurden die Kinder in diesen 3 Klassenräumen von 3 Lehrern unterrichtet.
Seit 1935 besuchten auch die Thuner Kinder die Schule in Wenden, da die Unterhaltung der eigenen Schule für die damaligen 18 Schüler dem Thuner Gemeinderat zu aufwendig erschien.
Beide Schulgebäude boten später jedoch mit ihren 3 Klassenräumen für die Kinder recht wenig Platz. 1938 wurden 142 Kinder unterrichtet. Im Winter 1945/46 unterrichteten die Lehrer Söchtig und Wellner 235 Kinder, Fräulein Bußmann hatte den technischen Unterricht für Mädchen.
Im Mai 1946 stieg die Kinderzahl durch den Flüchtlingsstrom auf 334. Die Schule bekam zwar eine weitere Lehrkraft, aber die vorhandenen Räume reichten nun nicht mehr aus. So wurde der Klassenraum in Thune (zwischenzeitlich vermietet) wieder genutzt (1946) und die ersten drei Grundschuljahre aus Thune wurden dort unterrichtet.
Darüber hinaus wurde bei Gastwirt Alfred Olfermann im benachbarten Dorfkrug das Klubzimmer als Klassenraum angemietet. In der Schulchronik steht dazu: „Toller Betrieb!“.
Daher erwogen die damals amtierenden „Gemeindeväter“ einen kompletten Schulneubau, der jedoch nicht durchsetzbar war. Man erweiterte stattdessen das bestehende Gebäude von 1888 um einen Anbau für 2 Klassenzimmer. Die Erweiterung wurde am 2.8.1952 eingeweiht und es kehrten bessere Zustände ein, der Unterricht im Dorfkrug konnte aufgegeben werden.
Im Jahr 1954 unterrichteten in diesen Schulgebäuden neben der Kirche 9 Lehrkräfte 368 Schüler in 10 Klassen, was weiterhin „Schichtbetrieb“ bis ca. 17.30 Uhr bedeutete.
Das 1888 erbaute und 1952 erweiterte Gebäude gehört heute der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wenden, nachdem die Grund- und Hauptschule Wenden (seit 1960), die Orientierungstufe Wenden (seit 1976 bis 2004) sowie das Lessinggymnasium Wenden (seit 1977) in den Gebäuden eines neuen Schulzentrums am Heideblick zu Hause sind.
Verfasst unter Mitwirkung von Herrn Hartmut Kroll und Einbeziehung von Unterlagen der GS/HS, Herr Hendrik Korn/Wilhelm Wellner (✝)
Die stark wachsende Einwohnerzahl von Wenden mit den Baugebieten der 1950er Jahre und die für die 1960er großflächig geplanten Neubaugebiete „Im Mittelfeld“ an der Brandenburgstrasse führten zu konkreten Planungen für ein komplett neues Schulgebäude. Ein geeignetes Gelände wurde „In der Heide“, gefunden (heute „Heideblick“) das seinerzeit allerdings weitab vom Ortskern Wendens und noch fern jeglicher Bebauung lag.
Die erste amtliche Besprechung fand am 30.09.1957 statt, der erste Spatenstich erfolgte am 11.3.1959. Eingeweiht wurde der neue Bau am 27.10.1960. Es entstanden der Verwaltungstrakt, die Turnhalle und zwei Flachbauten.
Ostern 1964 wurden die Flachbaukomplexe um einen weiteren vergrößert. Die Schule besaß jetzt 14 Klassen- und 4 Funktionsräume, außerdem eine moderne Turnhalle mit einem weiteren Raum (Aula). Am 30.01.1968 erfolgte die Einweihung eines weiteren Erweiterungsbaues mit 8 Klassen. Der Schulkomplex war vollendet.
Die Schule blieb schon bald nicht nur den Wendener und Thuner Kindern vorbehalten. Seit 1961 besuchten ältere Schüler aus Harxbüttel und Bechtsbüttel die Schule am Heideblick (gegen „eine Gebühr von jährlich 100 DM“).
1974 wurde die Orientierungsstufe eingeführt. Zunächst wurde sie an die Hauptschule angegliedert und von deren Rektor Zimmermann geleitet. Am 01.08.1975 erhielt die OS Wenden ihre Selbstständigkeit, verblieb aber noch bis zum Mai 1976 in den Gebäuden der Grund- und Hauptschule. Seit dem Schuljahr 1975/76 wurden in Wenden auch die Hauptschüler aus Rühme, Bienrode, Waggum und Bevenrode unterrichtet. Unsere Schule war damit zu einer wichtigen Mittelpunktschule im Norden Braunschweigs geworden, die wegen „der Weitläufigkeit der Anlagen, der üppigen Bepflanzung und der Atmosphäre der zwischen den Trakten ent-standenen Pausenhöfe“ große Beachtung fand.
Neben der Schulanlage wurden 2 Bungalows als Lehrer-Wohnungen erbaut. In der Schulanlage wurde eine künstlerische Skulptur aufgestellt: ein Trinkbrunnen mit einem Fisch als Bronzeguss. Dieses Kunstwerk hat der Beanspruchung durch die Schüler nicht dauerhaft standgehalten, es musste abgebaut werden. Die Bronzeskulptur befindet sich heute im Archiv des Kulturvereins Wenden.
Die Orientierungsstufe wurde 1976 in das Gebäude des Lessinggymnasiums überführt. Die OS Wenden wurde von Rektor Thorban geleitet. Ende der 80’er Jahre wurden die beiden Orientierungsstufen Rühme und Wenden zu einer Organisationseinheit zusammen geführt. Rektor Balke hatte 1985 von Rektor Sandrock die OS Rühme übernommen und wurde mit der Leitung der Organisationseinheit Wenden/Rühme betraut. Die OS Wenden bewohnte beide Liegenschaften, die des Lessinggymnasiums und der GHS (Grund- und Hauptschule) Wenden. 1990 zog die OS Rühme nach Wenden um, der Standort Rühme wurde aufgelöst. Ab sofort gab es nur noch die OS Wenden, die 6 und zeitweise sogar 7-zügig ausgebaut war – Stammsitz waren die Räumlichkeiten der Grund- und Hauptschule. Der Umzug hatte auch den Neubau = Anbau eines Lehrerzimmers plus Funktionsräumen an der Ostseite des Verwaltungsgebäudes für die OS notwendig gemacht, so dass beide Organisationsformen getrennt nebeneinander verwaltet werden konnten.
Wichtiger Kooperationspartner der OS seit 1981 war das DRK mit seiner Ganztagsbetreuung als eine familienergänzende, freizeitgestaltende und schulunterstützende Einrichtung, deren Angebote und Räumlichkeiten in die Schule integriert waren und noch immer sind.
Im Jahre 1991 führte die Schulstrukturreform der Stadt Braunschweig zu einschneidenden Veränderungen. Die Hauptschulstandorte wurden unter anderem überprüft – ihre Anzahl verringert. Der Hauptschulstandort Wenden wurde mit Ablauf des Schuljahres 91/92 aufgelöst. Mit Ablauf des Schuljahres 91/92 endete auch die Amtszeit von Rektor Zimmermann.
Die Leitung der zunächst zweizügig ausgebauten Grundschule übernahm mit dem Schuljahr 92/93 Rektor Kroll. Das Kollegium der ehemaligen Hauptschule veränderte sich an andere Schulen. Die meisten Kollegen(innen) verblieben jedoch in der Grundschule und in der Orientierungsstufe.
GS und OS bewohnten den Gebäudekomplex Heideblick 18 gemeinsam. Nachdem sich in den Folgejahren Neubaugebiete im Einzugsgebiet Wenden-Thune-Harxbüttel entwickelten, baute sich als logische Folge auch die Grundschule Jahr für Jahr bis zur heutigen 3-Zügigkeit aus. Die Klassen hatten und haben heute noch im Durchschnitt 22-25 Schüler(innen), was eine Gesamtschüler(innen)-Zahl von 260 – 280 ergibt. Das Kollegium der Grundschule setzt sich zur Zeit aus 18 Personen (15 Damen, 3 Herren) zusammen.
Die Orientierungsstufe war bis zu ihrer Auflösung im Sommer 2004 durchgängig 5- bis 6-zügig. Grundsätzlich mussten 1 bis 2 Klassen ins Lessinggymnasium ausgelagert werden. Der Werkunterricht fand für beide Schulen (OS und GS) in den entsprechenden Fachräumen im Lessinggymnasium statt. Das Lessinggymnasium benötigte Im Sommer 2004 nach Auflösung der OS den Werkraum nicht mehr. Dieser sollte zur Sammlungszone für Naturwissenschaften umgebaut werden. Der Forderung der Grundschule nach einem eigenen Werk- und Maschinenraum in ihren Räumlichkeiten wurde seitens der Stadt entsprochen, was zum Umbau und der Verlagerung des Werk- und Maschinenraums aus dem Lessinggymnasium in die Grundschule führte.
Am 30. Juni 2000 führte eine einzigartige, beispielhafte Aktion alle drei Schulformen zusammen. Der gemeinsame Wunsch nach einer Wettkampf gerechten Leichtathletik-Anlage sollte realisiert werden. Die Stadt Braunschweig hatte 100.000 DM in den Haushalt eingestellt, die fehlenden 40.000 DM sollten die Schulen beisteuern. Die drei Schulen veranstalteten einen gesponserten Duathlon – Sponsoren „bezahlten“ gelaufene, gewanderte, geskatete und geschwommene Strecken. Kuchen-, Getränke- und Bratwurstverkauf erweiterte den Gesamterlös auf ca. 45.000 DM – die Leichtathletik-Anlage konnte gebaut werden und wurde auch sofort realisiert.
Gleichermaßen erfolgreich war im Jahr 2002 der gemeinsame Kampf der drei Schulen um den Erhalt der Bücherei am Standort Wenden – für alle ein wichtiger kultureller und pädagogischer Anlaufpunkt in der schulischen Arbeit.
Nach Auflösung der OS Wenden verteilte sich das OS-Kollegium auf die verschiedenen Schulformen quer durch Braunschweig - einige wechselten in das Lessinggymnasium und sind dort vornehmlich im Fachunterricht in der Sekundarstufe I eingesetzt.
Die DRK Ganztagsbetreuung und der Teiga-Treff (Teil- und Ganztagstreff – ein außerschulisches Angebot in Anlehnung an das Modell der Kinder – und Teenyklubs der Stadt Braunschweig) hielt ihre Angebote sowohl für Orientierungsstufe als auch die Grundschule vor. Für beide Schulformen konnte jeweils 10 Kinder in der Hortbetreuung bis 17:00 Uhr aufgefangen werden. Nach dem Wegfall der Hauptschule hatte die ehemalige Schulküche in diesem Bereich als Minimensa eine wertvolle neue Aufgabe erhalten. Außerdem wurde sie für Koch- und Backprojekte von allen Schulformen genutzt.
Nach dem Wegfall der Orientierungsstufe hat das DRK ihr Angebot für die Grundschule erweitert. Nunmehr werden 20 Grundschulkinder im Hort betreut, es gibt weiterhin an zwei Nachmittagen für weitere Grundschulkinder die Möglichkeit, am Mittagessen-, Hausaufgabenbetreuung- und AG-Angebot gegen Entgelt teilzunehmen. An den restlichen drei Wochentagen hält das DRK ein sogenanntes „offenes Angebot“ für Grundschulkinder vor.
Die zurückliegenden 13 Jahre wurden und sind immer noch von pädagogischen, inhaltlichen und organisatorischen Veränderungen geprägt. Die Vorgaben aus dem Kultusministerium halten die Grundschule ständig innovativ in Atem.
Auch der Computer, der 1993 zunächst in der Verwaltung die elektrische Schreibmaschine ablöste, hat das Schulleben bis in den Klassenraum rasant verändert und fordert die Erneuerung und Umstrukturierung der pädagogischen Konzepte – durch die unglaublich schnelle Entwicklung der neuen Technologien ist die Schule, der Schulträger, sind die Lehrer(innen) und die Schulleitung unglaublich gefordert, Schritt zu halten und alle Aufgaben zu bewältigen.
Auch auf die Veränderungen in unserer Gesellschaft musste die Schule reagieren. Mit dem Schuljahr 2000/2001 wurde die Grundschule Wenden als eine der ersten von 42 Braunschweiger Grundschulen „Verlässliche Grundschule“. In Kooperation mit dem DRK und seinen pädagogischen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen wird der Schulvormittag im Rahmen von 5 Zeitstunden in allen Jahrgangsstufen mit Unterricht und Betreuung verlässlich gestaltet und abgedeckt.
Als Bausteine für die VGS (Verlässliche GrundSchule) müssen „Vertretungskonzept“, „Betreuungskonzept“, „Förderkonzept“, „Bewegungszeit-Konzept“ und Unterricht genannt werden. Das Fach Englisch ist auch ein Baustein der VGS. Hatte das Fach seit 1992 AG-Charakter, so ist es seit einigen Jahren 2-stündiges Fach, das neuerdings auch benotet wird.
Für Vertretungsunterricht verwaltet die Grundschule ein eigenes Budget, in dessen Rahmen pädagogische Mitarbeiter(innen) durch den Abschluss von Arbeitsverträgen eingebunden werden können – ein erster Schritt in Richtung „eigenverantwortliche Schule“.
Nunmehr seit 7 Jahren vom Kultusministerium gefordert und auch im Laufe der Jahre eigenständig geschehen, ist die Grundschule ständig damit befasst, ihr Schulprogramm und -profil zu entwickeln bzw. zu erarbeiten.
Dieser Entwicklungsprozess wird allerdings stets durch neue Vorgaben und Aufträge aus dem Kultusministerium verkompliziert. Neu sind seit 2 Jahren die Sprachstandsfeststellungen für Schulanfänger des Folge-Schuljahres schon zu Beginn eines Schuljahres und die Einrichtung von Sprachförderkursen zum 2. Schulhalbjahr.
Besonderer Druck lastet auf der Grundschule durch die Auflösung der Orientierungsstufe. Die Vermittlung, Beratung und Feststellung von Trends bzw. Empfehlungen für den Besuch der weiterführenden Schulen ist nun Aufgabe der Grundschule ab Klasse 4. Neu ist dadurch auch die Versetzungsentscheidung nach Klasse 3. Neu ist ab kommendem Schuljahr die Erstellung individueller Förderpläne für alle Kinder. Damit dieser Prozess besser ausgesteuert werden kann, ist die GS Wenden seit diesem Schuljahr in das RIK (Regionales Integrations Konzept) eingebunden.
Neue Dimensionen wird die Zusammenarbeit im Rahmen der vorschulischen Förderung mit den Kindergärten annehmen. Sowohl auf die Grundschule als auch auf alle anderen Schuleformen kommt die Inspektion durch das Kultusministerium zum Zwecke der Analyse und Beratung im Hinblick auf Verbesserung von Schulqualität zu.
Die Grundschule Wenden lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt als freundliche, kooperative, aufgeschlossene und offene Stadtrandschule mit sportlichem Schwerpunkt klassizifieren.
Zusätzlich zu ihrem 5-stündigen verlässlichen Rahmen bietet sie täglich bis 16:30 Uhr insbesondere sportliche, demnächst auch musische Zusatzangebote im direkten Anschluss an den Unterricht in Kooperation mit Vereinen, Fachverbänden, musischer Akademie und DRK an. Die sportlichen Angebote verstehen sich grundsätzlich zur Förderung von Gesundheit und Mittel zur Gewaltprävention. Sie (Judo, Leichtathletik, Fußball, Golf, Hockey, Tischtennis, Trampolin, Zirkus) sind sowohl breitensportlich als auch leistungsbezogen ausgerichtet.
Die Grundschule Wenden praktiziert eine offene, kooperative und zugewandte Elternarbeit, was sich positiv bei der Umsetzung von Projekten und der Gestaltung von Schulleben auswirkt. Nachfolgende Auflistungen geben Aufschluss über Schwerpunkte des schulischen Lebens und der pädagogischen Arbeit an der Grundschule Wenden zum jetzigen Zeitpunkt:
